Zwei Jahre nachdem Bobby zu mir kam, am 23. Juni 2001, holte ich die Border Collie-Hündin Teak, nach einem dreiwöchigem Aufenthalt im Tierheim Frankfurt, ebenfalls zu mir. Die Entscheidung für einen Border Collie war nicht leicht, denn ich wollte unbedingt den hohen Ansprüchen eines solchen Hundes gerecht werden! Der erste Blick auf Teak ließ mich doch etwas zurückschrecken - wollte ich dieses dürre, mit spärlichem Haar und ängstliche Wesen tatsächlich mitnehmen? Würde ich mit diesem Hund klarkommen? Ein kurzer Spaziergang räumten meine Zweifel aus, ich wollte mich dieser Herausforderung stellen. Denn so erbärmlich sie aussah, ihre Augen leuchteten voller Lebensfreude!

Die erste Aufgabe war es, das starke Untergewicht zu bekämpfen und an zweiter Stelle folgte das Training gegen die Angst vor allem und jedem. Das erste halbe Jahr verbrachte ich zunächst damit das tägliche Leben zu üben - da blieb für Sport gar keine Zeit. Doch mit Zeit und viel Geduld habe ich einen wirklich ausgeglichenen Border Collie bekommen, der nur noch selten Angst bekommt, wie z.B. beim Ausklopfen einer Fußmatte.

Nach einigen Monaten entdeckten wir unsere Leidenschaft fürs DiscDogging. Anfang 2004 kam dann noch die optimale Arbeit für einen Border Collie hinzu - das Hüten. Sie zeigt sich sehr talentiert und blüht bei dieser Aufgabe richtig auf. Es war nicht zu ahnen, dass sie soviele Voraussetzungen für diese Aufgabe mitbringt und es ist schön mit ihr an den Schafen zu arbeiten.

Da DiscDogging aufgrund ihres Rückenleidens (siehe unter "krank...") für immer Tabu ist und weil Frauchen es nicht lassen kann, darf sie jetzt neben dem Hüten noch einer Beschäftigung nachgehen: Mantrailing. Die Anfangsschwierigkeiten sind überwunden - wie soll der arme Border auch wissen, dass man plötzlich an der Leine ziehen soll! - und sie wird immer sicherer. Sehr schön: Sie ist ähnlich entspannt nach der Suche wie nach der Arbeit an den Schafen.

Sie ist am Vieh mein Fels in der Brandung. Meine ersten Schritte in der Ausbildung an Schafen machte ich mit ihr und sie hat mich gefordert, denn sie machte den Job zunächst ohne mich. Doch sie hat sich dort schon immer sehr nervenstark gezeigt. Als ich meine ersten holprigen Umtriebe machte, war sie der Part, der die Nerven behielt. Je aufgeregter ich war, desto cooler wurde sie.
Sie liebte die "echte" Arbeit immer viel mehr als Trial(training)s und mag Routinejobs.
Allerdings ist sie kein leichtführiger Hund. Anweisungen muss man fair, aber unmissverständlich durchsetzen, sonst macht sie ihr Ding allein. Immer wieder beeindruckt bin ich von ihrer Stärke und Präsenz gegenüber dem Vieh. Wenn sie auftaucht, dann gibt es keine Fragen - es wird vorwärts gegangen! Leider fehlt es ihr an Gefühl für Abstand beim Flankieren und man muss immer ein Auge darauf haben, ob auch alle Schafe gebracht werden. Doch durch Training ist da zu zu regeln. Eine sagenhafte Ruhe und Umsicht hat sie beim Vereinzeln von Schafen. Leider macht zunehmend ihre mangelnde Beweglichkeit bei ihrer Lieblingsaufgabe einen Strich durch die Rechnung. Auch im Pferch ist sie sehr präsent, nervenstark und zeigt in keinster Weise Unsicherheit. Sie kann voller Geduld in Millimeterarbeit auch die störrischsten Schafe in der Enge vorwärts schieben. Sie ist einfach ein Glücksgriff!