Am 03. Juli 1999 zog der Wolfspitz-Mischling Bobby bei mir ein, nachdem er fast zwei Jahre im Tierheim Beuern auf einen neuen Besitzer gewartet hatte. Laut Tierarzt sollte er etwa acht Jahre alt sein. Besonders beeindruckend empfand ich seine Fähigkeit, mich selbst nach zahllosen Spaziergängen völlig zu ignorieren. Zu dieser Zeit hielt ich sein Verhalten für die Sturheit eines Spitzes, heute weiß ich es besser. Obwohl er immer sehr ruhig und ausgeglichen wirkt, brauchte er viel mehr Zeit eine Bindung zu eine neuen Bezugsperson aufzubauen. Leider habe ich diesen Prozess durch meinen ziemlich unausgereiften Umgang mit Hunden um einiges verlängert.


Bobby lehrte mich auf eine ganz einfache Art, dass mein Verhalten ihm gegenüber nicht sehr gut war. Nachdem er sich ein halbes Jahr von mir triezen ließ, erstarrte er in seinem Verhalten völlig. Er bewegte sich nicht nur beim Training körperlich einfach nicht mehr, sondern hielt auch sonst einen gewissen Sicherheitsabstand.
Ab diesem Zeitpunkt begann ich mich umzuorientieren, und nach alternativen Wegen zum Umgang mit meine Hund zu suchen. Es folgte eine Zeit, in der ich jedes kleinste Bisschen über Hunde - egal welchen Themas - in mich aufsaugte.
Der Erfolg stellte sich schließlich ein, und mit ihm eine für mich neue Sichtweise auf das faszinierende Wesen Hund. Bobby lebte richtig auf, lernte viele neue Dinge und war alles andere als ein "alter Hund". Er wurde noch viel ausgeglichener und agiler als Teak bei uns einzog. Besonders froh bin ich darüber, dass er meinen ersten Wurf mit groß gezogen hat. Einen besseren Opa hätten die Welpen nicht haben können. Cooma hatte daher auch eine besonders enge Bindung zu ihm und auch er war ganz vernarrt in meinen kleinen Wirbelwind.

Bobby verbrachte eine unerwartet lange, erfüllte und gesunde Zeit mit mir und den Border Collie-Mädels. Er war bis wenige Wochen vor seinem Tod beim Laufen mit dabei und schien gar nicht zu altern. Doch plötzlich baute er zusehends ab. Zunächst waren "nur" Schmerzen in der Hüfte festzustellen. Doch wenig Tage später entdeckte ich die geschwollenen Lymphdrüsen - die Diagnose Lymphdrüsenkrebs stand schnell im Raum. Es sollten ihm nur noch wenige Tage bleiben, keine zwei Wochen später wollte er erlöst werden. Er starb am 28. Mai 2009 in meinen Armen.